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Beschichtete Fronten - sind sie immer so schlecht wie ihr Ruf?

Man darf die beschichteten Fronten nicht verallgemeinern, da es verschiedenste Systeme gibt.

Unter dem Begriff „beschichtete Fronten“ werden vor allem drei Lösungen angeboten:

Die billigste Variante sind in der Regel die Folienfronten: dabei wird eine MDF-Platte mit entsprechenden Fräsungen versehen und eine Thermofolie mittels Kleber aufgebracht.

Von dieser Lösung sollte man nach Möglichkeit Abstand nehmen, denn außer billig ist sie gar nichts. Die Folien lösen sich im Laufe der Zeit (oft erst nach 5-10 Jahren) im Bereich von Herd oder Spülmaschine – gerne auch in Bereichen die der Sonne ausgesetzt sind.

Als zweite Lösung gelten direkt beschichtete Platten,  oft als „melaminbeschichtete Dekorplatten“ angeboten.

Diese Variante ist im Hinblick auf Preis/Leistung eine sehr gute Option.  Es gibt alle erdenklichen Designs auf dem Markt. Angefangen von weiß, über die verschiedensten Uni-Farben, Holzdekore, Steindekore, Fantasiedekore…. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Allerdings: Die Qualität dieser Lösung steht und fällt mit der Kante. Wenn diese mit einem dicken Kleber aufgebracht wird sieht es zum einen unschön aus und stellt leider einen aufwendigen Reinigungspunkt dar, da die Klebefuge sehr leicht und gerne verschmutzt. Ideal sind die neu entwickelten Laserkanten oder Airtec-Kanten. Dabei wird die Kante mittels Hitze und einer Reaktionsschicht auf die Platte aufgebracht. Als Ergebnis haben wir hier eine kaum sichtbare, leicht zu reinigende Kantenfuge.

Geklebte Kante mit deutlich sichtbarer Verschmutzung in den Klebefugen nach einigen Jahren

Laserkante mittels Airtec aufgebracht - mit kaum sichtbaren Fugen

Die Königslösung der beschichteten Fronten stellen die echte HPL-Beschichtung. Hier wird ein ca. 1mm starkes HPL (HighPressureLaminate) beidseitig auf die Trägerplatte aufgebracht. Die Kante wird hier je nach gewünschter Optik als Ein- oder Anleimer aufgefahren. Als Hauptvorteil ist hier die extrem stabile Oberfläche der Platten zu sehen. Sie kennen HPL für Arbeitsplatten – es ist das gleiche Material,  das hier auf die Front aufgebracht wird.

Ideal zu reinigen und wirklich äußerst robust. Gestalterisch gibt es hier die gleichen Möglichkeiten wie bei den melaminbeschichteten Platten. Zusätzlich gibt es hier noch viele Variationen mit fühlbaren Strukturen. Sogar echte Metalle oder Mineralien in Betonoptik (ImiBeton) werden verarbeitet. Eine weitere Besonderheit stellen Magnethaftplatten von Homapal dar oder durchgefärbte Dekore. Seit einigen Jahren werden auch echte Hölzer in Laminat gegossen (AlpiLignum) angeboten.

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt – denn die Möglichkeiten sind hier unerschöpflich.

Ist die beschichtete Küche einer lackierten Küche zu vorzuziehen? Preislich ist die Lösung mit Melamindirektbeschichtung natürlich günstiger. Der Preis einer HPL-beschichteten Küche liegt in etwa gleich mit einer seidenmatt lackierten Küche.

Auf die verschiedenen Möglichkeiten der lackierten Varianten gehe ich im nächsten Blogbeitrag ein…

Autor: Christian Beer

Beer GmbH

Hanna

Hanna

08.02.2017 15:48 Uhr
Hallo Herr Beer,

toller Blog. Sehr hilfreich, gerade wenn man in die Marerie "Küche" einsteigt.

Wir sind am Anfang unserer Küchenplanung. Grifflos soll sie sein. Aber hier stoßen wir schon in das erste Hinderniss. Welches Material? Welche Beschichtung? Melamin beschichtet? Lack? Oder ganz was anderes? Was ist Ihre neutrale Meinung? Was ist haltbarer, stabiler, widerstandsfähiger im Hinblick auf Kinderhände, Bobbycars, Matchboxautos, Stuhl-/Trittecken und -kanten?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Herzliches Grüße aus Berlin.
Hanna
schreinerei-beer

schreinerei-beer

http://www.schreinerei-beer.de 10.02.2017 12:33 Uhr
Guten Tag!
Eine gute Frage! Oh ja, das Bobbycar. Wir haben auch Kinder und ich kann ein Lied davon singen...
Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile.
Kurz gesagt: Beschichtungen sind im Großen und Ganzen robuster gegenüber Stößen und Kratzern, als Lack. Aber selbst das beste Material (und es gibt hier qualitativ große Unterschiede!) hat seine Grenzen. Stichwort Bobbycar...
Der Nachteil bei diesen Materialien ist, dass wenn ein Kratzer passiert oder ein Stück abplatzt, dann lässt sich hier nur noch die komplette Front austauschen. Im schlechtesten Fall gibt es genau Ihr Design der Beschichtung aber nach einigen Jahren nicht mehr.
Aus diesem Grund ist der Lack hier für mich im Vorteil: Kleinere Kratzer oder Dellen lassen sich verhältnismäßig einfach vor Ort ausbessern. Das ist dann zwar keine 100%ige Lösung, aber es wird so gut, dass man die Stelle danach in der Regel nicht mehr sieht. Und wenn alle Stricke reißen, kann man die Front auch nach Jahren neu lackieren lassen. (Geringe Farbabweichungen bei farbigen Küchen sind möglich, bei weißen Küchen ist es überhaupt kein Problem).
Wir haben eine matt lackierte Küche.

Beste Grüsse,
Sonja Beer
Andrea Baumgartner

Andrea Baumgartner

26.03.2017 12:44 Uhr
Hallo liebes Beer-Team,

herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Blog.

Zur Zeit informiere ich mich über verschiedene Küchenfronten, weil ich plane, im Laufe des Jahres meine 30 Jahre alte Küche durch eine neue zu ersetzen.

Wie ist das mit der Qualität der Glasfronten, und den Kanten an den Glasfronten?
Sind diese 100% dicht oder kann da Dampf oder Staub eintreten?
Wird bei diesen Küchen das Glas lackiert oder ist das Glas transparent und die Küchenfront ist lackiert?
Im Internet habe ich gelesen, dass es auch Küchenfronten aus organischem Glas gibt;
sind diese robuster oder pflegeleichter?

Vielen Dank im Voraus
Andrea Baumgartner
schreinerei-beer

schreinerei-beer

http://www.schreinerei-beer.de 27.03.2017 13:31 Uhr
Guten Tag Frau Baumgartner,

Glas hat viele positive Eigenschaften und es ist recht robust. Problematisch wird es hauptsächlich dann, wenn man mit metallischen Gegenständen dagegen stößt - es ist hald Glas.
Unsere Glasfronten sind zu 100% dicht. Sie werden rückseitig lackiert und dann mit der Küchenfront verbunden.
Organisches Glas ist uns noch überhaupt kein Begriff, deshalb kann ich Ihnen dazu nichts sagen.

Beste Grüsse,
Sonja Beer
Dag
Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um eine Arbeitsplatte mit deutlich sichtbaren Klebefugen. Für eine Küche, die fast 17.000,00€ gekostet hat, hätte ich mehr erwartet.
Können Sie mir bitte sagen, ob man die sichtbaren Fugen wegbekommt?

Besten Dank im voraus.

MfG

Dag
schreinerei-beer

schreinerei-beer

http://www.schreinerei-beer.de 11.09.2017 15:56 Uhr
Guten Tag!
Vielen Dank für das Bild.
Es ist nicht genau zu erkennen, aber es sieht so aus, als sei bei der vertikalen Fuge Material von der Beschichtung abgeplatzt. Das lässt sich leider aus unsererer Erfahrung nicht reparieren.
Ebensowenig lassen sich die horizontalen Klebefugen verändern.
Ob nun diese Fugen bei Ihrer Küche akzeptabel sind oder nicht, möchte ich hier nicht kommentieren. (Sie dürfen aber gerne zwischen den Zeilen lesen...) Haben Sie sich vergleichbare Fugen an einer Musterküche Ihres Küchenverkäufers zeigen lassen?
Wir arbeiten mit einer hochmodernen Klebetechnik (Air-Tec). Derart sichtbare Fugen an Küchenmöbeln entsprechen nicht unserem Qualitätsverständnis.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit ein wenig weiterhelfen.

Beste Grüsse,
Sonja

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