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Lackierte Möbel - von stumpfmatt bis hochglänzend

Lackierte Möbel und Küchen sind eine sehr hochwertige Lösung.

Im Prinzip ist jeder Farbton machbar – oft lackieren wir die Fronten in einer passenden Farbtonabstufung zu den Bodenbelägen. An den Kanten gibt es keine Übergänge – Lack bedeutet nahtlose Flächen. Eckprofile in allen Formen sind möglich.

Leider, leider gibt es viele Vorurteile über lackierte Flächen, die meist auf Unwissenheit beruhen. Ich möchte versuchen hier ein wenig Klarheit einzubringen.

 

Vorurteil Nummer 1:

Oft denken die Kunden nur an Hochglanz wenn Sie von lackierten Fronten sprechen. Schuld daran sind meiner Meinung nach hier die Möbelhäuser, da sie in den letzten Jahren nichts anderes gezeigt haben. Dabei ist das Spektrum hier sehr vielfältig. Wir lackieren in 5 verschiedenen Glanzgraden:

Beginnend bei G10 stumpfmatt – ist sehr stark im Kommen. Jeder Trend verlangt nach einem Gegentrend. Als Konsequenz für die Dominanz der Hochglanzlackierungen sieht man nun auf den Möbelmessen wie Köln und Mailand dass sich die matten Lackierungen auf dem Vormarsch befinden. Sehr matte Flächen erzeugen eine weiche elegante Stimmung. Die Pflege ist ähnlich wie bei den hochglanzlackierten Flächen. Fingerabdrücke sind auch hier leider gut zu erkennen – lassen sich aber einfach wegwischen.

Hier punktet der Glanzgrad G30: seidenmatt. Dies ist seit Jahren unser häufigster Glanzgrad bei lackierten Möbeln, da er die meisten Vorteile hinsichtlich Optik und Pflegleichtigkeit vereint. G30 entspricht in etwa dem Glanzgrad unseres Fingerabdruckes, somit ist dieser am geringsten zu sehen. Die Oberflächen wirken auch hier samtig und lassen auch Holzfarben natürlich wirken.

G70 ist ebenfalls sehr pflegeleicht, wobei dieser Glanzgrad schon in Richtung glänzend tendiert, wie auch der Name „seidenglänzend“ sagt. G70 wird ebenfalls wie der nachfolgende G90 (glänzend) sehr viel im eleganten Bereich verwendet. Beide sind wesentlich leichter fingerabdruckfrei zu halten und sind preislich günstiger als die reine Hochglanzlackierung.

Die echte Hochglanzlackierung ist die Königsklasse der Lackierungen, da sie den meisten Aufwand in der Erstellung erzeugt. In vielen Arbeitsgängen wird die Lackierung immer feiner geschliffen, bis sie dann am Schluss zeitaufwendig von Hand poliert wird. Dieser Aufwand bedeutet Kosten von ca. 300,- Euro je qm Fläche. (je nach Teilegröße).

Viele Mitbewerber senken den Preis indem Sie folierte Fronten einfach mit Hochglanzlack überlackieren – mit den bereits beschriebenen Nachteilen im Blog (Dekorflächen). Gute Firmen nehmen davon Abstand, da man als Kunde keine lange Freude an der vermeintlichen Kosteneinsparung hat. Wir empfehlen hier das bayerische Motto: „Also entweder g‘scheid oder gar ned“.

 

Vorurteil Nummer 2:

„Lackierte Möbel werden im Laufe der Zeit speckig und sind schlecht zu reinigen.“

Dies ist richtig, jedoch ein Relikt aus vergangen Zeiten. Damals wurden vor allem säurehärtende Lacke (SH) verwendet. Folgende Lacksysteme werden heute überwiegend verwendet: PU-(Polyurethan) Lacke, Acryllacke und UV-härtende Lacke, sowie Lacke auf Wasserbasis. Den besten Widerstand bieten PU-Lacke und Wasserlacke – beide Systeme kann man bei guter Vorbehandlung auch nach vielen Jahren mal wieder nachbearbeiten. Die Industrie verwendet meist UV-härtende Lacke, da diese im Durchlauf von Automaten aufgetragen werden können. Sie sind ebenfalls gut in der Haltbarkeit, allerdings ist die Oberfläche meist etwas geperlter, was die Reinigung nicht unbedingt einfacher gestaltet. Eine Nachlackierung nach vielen Jahren ist hier sehr schwierig, am ehest noch mit Acryllacken realisierbar. Acryllacke sind am einfachsten zu verarbeiten, sie weisen jedoch die geringste Abriebfestigkeit auf.

 

Vorurteil Nummer 3:

„Lackierte Möbel gasen aus und stinken.“

Stimmt und stimmt nicht. Es wäre hier nicht ganz richtig, eine generelle Einstufung für die obigen Lackarten zu geben, da hier in erster Linie die Herstellung verantwortlich ist. Es gibt zwar Richtlinien die EU-weit gelten sollten – allerdings werden sie nirgends so streng umgesetzt wie in Deutschland und Österreich – was aus meiner Sicht ein absolutes "Muss" ist.

Hier ist es wichtig nachzufragen mit welchem System der jeweilige Hersteller arbeitet. Leider kaufen viele Hersteller Fronten für Ihre Küchen aus dem Ausland zu, was das die Nachvollziehbarkeit wieder schwierig macht.

Am sichersten ist es immer, wenn Sie sich die Fertigung zeigen lassen, dann sehen Sie ob im Hause selbst lackiert wird. Gegebenenfalls nach dem Hersteller der Lacksysteme fragen.

(Namhafte Hersteller von Lacken sind z.B.: Adler, Arti, Clou, Hesse-Lignal, Rosner, Sikkens, Zweihorn). Nach heutigem Stand sollten die Lacke nicht mehr stinken – sie riechen zwar bei der Verarbeitung, jedoch nach 48 Stunden ist die Aushärtung zu 98% abgeschlossen.

Autor: Christian Beer

Beer GmbH

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