Holzküche

Die Holzküche

Für viele ist sie der Inbegriff für eine Schreinerküche. Die Holzküche steht für Sinnlichkeit, für ein angenehmes Wohngefühl, für Behaglichkeit.

Eine Holzküche kann rustikal, modern oder im Landhausstil gefertigt sein.

Man findet sie sowohl auf dem Land als auch in der modernen Stadtwohnung. Eines ist sie immer, ein Rückzugsort wo man sich wohlfühlt, den Holzgeruch dezent wahrnimmt und ein wenig träumt.

Doch bei all diesen emotionalen positiven Eigenschaften einer Holzküche. Was bedeutet das Wort eigentlich?

Man unterscheidet beim Küchenbau folgende Bestandteile:

  • den Küchenkorpus
  • die Küchenfront
  • die Schubkästen 
  • die Küchenarbeitsplatte
  • Anbauelemente wie Thekenplatte, Tablare, Sitzbereiche, Tische

Es ist nicht notwendig, dass alle Bestandteile einer Holzküche zwingend in Vollholz gefertigt sind. Je nach Küchenstil wird die Holzküche oft mit Natursteinarbeitsplatten oder auch mal mit lackierten Fronten kombiniert.

Das Innenleben der Holzküche kann aus optischen, pflegeleichten oder preislichen Gründen auch in anderen Materialien gefertigt werden.

In den folgenden Abschnitten gehen wir näher auf die einzelnen Bestandteile ein.

 

1. Küchenkorpus

Dieser wird bei einer echten Naturholzküche aus massiven Dreischichtplatten, Leimholzplatten, Stabplatten, Stäbchenplatten oder Multiplexplatten gefertigt.

Alle Materialien haben Ihre Vor- und Nachteile. Dreischichtplatten stellen für Holzküchen die hochwertigste Lösung dar, da sie über ein sehr gutes Standvermögen verfügen und in vielen Holzarten zur Verfügung stehen. Oftmals wird aus Kostengründen Fichte verwendet. Diese Holzart ist in unserer Gegend ausreichend verfügbar und ist somit auch ökologisch vertretbar.

Leimholzplatten sind problematisch, da sie zwar durchgehend aus dem gleichen Holz bestehen, jedoch zu Verzug neigen.

Stab- und Stäbchenplatten sind technisch für die Holzküche hervorragend geeignet und bieten die Möglichkeit einer hochwertigen Optik bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Die Sichtfläche wird hier oft mit Edelfurnieren belegt, während im Kern einfaches Fichtenholz verarbeitet wird.

Multiplexplatten haben ähnliche Eigenschaften wie die Stäbchenplatten, allerdings haben sie ein geringeres Stehvermögen und kommen relativ selten bei Holzküchen zum Einsatz.

 

2. Die Küchenfront

Küchenfronten bei Holzküchen gibt es in den verschiedensten Varianten. Im Prinzip können sämtliche Trägermaterialien, wie zuvor beim Küchenkorpus beschrieben verwendet werden. Ausnahme: Die Leimholzplatte. Diese werden zwar von einigen Küchenherstellern verwendet, jedoch mit aufwendig eingedübelten oder aufgeschraubten Gratleisten.

Technisch ist die Leimholzplatte möglich, jedoch eignet sich die 3Schichtplatte auf Grund der schöneren Optik, sowie des guten Stehvermögens für Holzküchen besser.

Ganz wichtig für Küchenfronten ist die klassische Rahmentüre. Bei der Rahmentüre werden für die umfassenden Friese Hölzer mit stehenden Jahressringen verwendet, für die Füllung können in der richtigen Verleimung auch schräge oder teils liegende Jahresringe verwendet werden.

Bei der Küchenplanung ist hier viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Verwendung der richtigen Dimensionen beeinflusst nachhaltig das Erscheinungsbild der Holzküche. Je nach gewünschtem Küchenstil macht es Sinn, die Proportionen in Einklang mit der Anzahl zu bringen.

3. Schubkästen

Hier haben sich fingergezinkte Massivholzschubkästen durchgesetzt. Alle Holzarten sind möglich, wobei Buche gefolgt von Eiche, Ahorn, Esche und Fichte klar dominieren. Allen voran die Buche, da diese im Hinblick auf Preis/Leistung das beste Verhältnis bietet. Sie ist hart genug und fügt sich relativ dezent in die Holzküche ein.

Die Holzschubkästen haben meist eine Dicke von 12mm, sowie einen 6mm starken Boden aus passend furniertem Sperrholz.

Unterflurauszüge als Vollauszug mit Wälzlager und Softstopp erfüllen die Anforderungen an eine moderne Küchentechnik. 

Gelegentlich kommen auch Schubkästen in Birke Multiplex zum Einsatz – besonders für Fans der Schichtoptik.

 

4. Die Küchenarbeitsplatte

Als finaler Abschluss und direkter Kontakt beim täglichen Arbeiten, beim Zubereiten der Speisen, beim Schneiden, Teig ausrollen und eventuell gleich als Essplatz.

Eine Holzarbeitsplatte ist Haptik pur.

Bestimmte Holzarten wirken antibakteriell und dürfen in besonders sensiblen Bereichen, wie z. B. in Metzgereien als Hackunterlage verwendet werden. Im Gegensatz zu Kunststoff werden Bakterien hier durch die Wirkung des Holzes unschädlich gemacht.

Ideal ist der europäische Ahorn. Ein Hartholz, das sehr feinporig ist und somit im Gegensatz zu manchen offenporigen Hölzern wie Eiche, Nussbaum etc. keinen Platz für Keime bietet.

Ahorn ist ein helles Holz und kann mit verschiedenen Beizen oder eingefärbten Ölen auch dunkler gestaltet werden, wobei die natürliche Variante am besten geeignet ist.

Gerne wird auch Buche, Kirsche, Nussbaum oder Eiche für Holzküchen verwendet. Diese Holzarten sind vor allem wegen Ihrer kräftigeren Farbe sehr beliebt.

Eine Vollholzarbeitsplatte ist sehr robust. Besondere Aufmerksamkeit erfordert sie im Bereich der Spüle. Holz hat ein hykroskopisches Verhalten, das bedeutet, dass es wie ein Schwamm Wasser aufnehmen und wieder in die Umgebung abgeben kann. Dies kann bei Wasserpfützen, welche über einen längeren Zeitraum aufs Holz einwirken zu Rissen und Verfärbungen führen.

 

5. Anbauelemente wie Thekenplatten & Tablare

Diese Gestaltungs- und Funktionselemente passen sowohl zu Vollholzküchen, als auch zu jedem anderen Küchenstil. 

Aktuell sind sogenannte Baumkanten. Hier wird meist bei Eiche die ursprüngliche Form der Baumkante beibehalten. Ein rustikaler Akzent für eine ansonsten moderne, geradlinige Küche.

Altholzküche

Die Altholzküche nimmt eine Sonderstellung bei den Holzküchen ein. In den letzten Jahren hat sich dieser Trend nachhaltig gefestigt. Hier wird originales altes Holz, welches von Stadeln oder alten Wohnhäusern abgetragen wird zu Küchenfronten und weiteren Elementen verarbeitet. Selbst Esstische werden inzwischen mit Altholz gefertigt. Als Holzart kommt in erster Linie die Eiche zum Einsatz. Fichte wirkt ebenfalls sehr gut und eignet sich aufgrund seiner weicheren Art für vertikale Flächen, welche weniger beansprucht werden.

Die Altholzküche wird gerne mit superdünnen warmgewalzten Edelstahlarbeitsplatten kombiniert. Die Maximierung der Gegensätze.

 

Was ist die richtige Oberfläche für Holzküchen?

Natur belassen, geölt, gewachst oder lackiert?

Unabhängig vom persönlichen Geschmack und dem gewünschten Küchenstil, den es zu berücksichtigen gilt, können die Korpusse im inneren gerne roh belassen werden. Bei roh (Natur belassen) kommt der Holzgeruch am besten zur Wirkung, es ist die authentischste Form einer Holzküche.

Die Pflege wird durch ölen, wachsen oder einer matten Lackierung wesentlich erleichtert. Korpusse und Küchenarbeitsplatten sollten definitiv geölt oder gewachst werden – den mit einer Lackierung nimmt man sich viele positive Eigenschaften. So kann zum Beispiel bei einer geölten Küchenarbeitsplatte eine Wasserpfütze ins Holz eindringen und dann auch wieder sanft entweichen. Dies ist bei einer lackierten, also versiegelten Fläche nicht möglich. 

Bei Küchenfronten verhält es sich ein wenig anders. Hier kann eine matte Lackierung durchaus gerechtfertigt sein, da sich diese nicht so leicht abgreift.

Es gilt immer abzuwägen, worauf man mehr Wert legt.

Generell unterstreicht ein Ölen oder Wachsen die Natürlichkeit der Holzküche.

Öl und Lack: beide Gattungen verbesserten Ihre Eigenschaften in den letzten Jahren immens. Öl ist widerstandsfähiger geworden, Lack wirkt durch die Mattierung natürlicher als noch vor 10 Jahren.

Als Küchenbauer sind wir oft mit dem Vorurteil konfrontiert, dass wir als Schreiner ausschließlich Holzküchen fertigen. Wir lieben Holzküchen, sehen unseren Anspruch jedoch darin, individuell auf die Wünsche einzugehen. So kann eine Holzküche durchaus sehr minimalistisch interpretiert werden, sie kann aber ebenso klassisch mit Rahmenfronten und Spülstein gefertigt werden. Wichtig ist die Betrachtung der Einrichtung als Ganzes. Sie soll den Geschmack des Kunden widerspiegeln und sich harmonisch in dessen Umfeld einfügen, vielleicht auch mal polarisieren. 

Erlaubt ist was gefällt.

 

Kann eine Holzküche mit Holzdekoren gefertigt werden?

Klares Nein! Eine Holzküche ist aus echtem Holz!

Holzdekore sind Holzimitate, die inzwischen täuschend echt reproduziert werden können, aber keinerlei echtes Holz enthalten.

Holzdekore haben Ihre Berechtigung und machen aus vielerlei Gründen auch Sinn.

Eine Holzküche wird daraus jedoch nie, auch wenn viele den Unterschied kaum erkennen können. Wenn Sie mit Ihrer Küche leben, merken Sie den Unterschied -versprochen.

Kommen Sie gerne in unsere Ausstellung vorbei und sehen Sie die Möglichkeiten für Holzküchen. Individuell als Schreinerküche gefertigt, ganz nach Ihren Vorstellungen.