Beton Arbeitsplatte

7 Dinge, die Sie über eine Betonarbeitsplatte wissen sollten

Eine Betonarbeitsplatte in der Küche?

Was muss man beachten? 

Was kostet eine Küchenarbeitsplatte aus Beton?

Ist eine Betonarbeitsplatte wirklich aus Beton gemacht? 

Die Beton Arbeitsplatte in der Küche ist relativ neu. 

Doch was vor einigen Jahren noch exotisch war, ist heute voll im Mainstream angekommen. Beton mit seiner starken Optik ist das neue Lieblingsmaterial der Puristen. 

Der große Vorteil von Beton ist seine Kombinationsstärke. Das Material passt zu jeder anderen Farbe, zu jedem anderen Material. Es wirkt im Hintergrund ebenso wie im Vordergrund. Deshalb lieben die Architekten diesen Werkstoff so sehr. 

Als Arbeitsplatte ist Beton nun in den modernen Küchen voll angekommen. Einige Dinge muss man wissen, wenn man mit Beton in der Küche plant.

 

Wie wird eine Betonarbeitsplatte hergestellt?

Es gibt drei klassische Varianten, eine Betonarbeitsplatte für die Küche herzustellen. 

1. Sie wird gegossen

Das ist die klassische Variante. Mit ihr begann auch der Hype um die Arbeitsplatte aus Beton. Der Guss findet im Werk des Herstellers statt. Es wird eine Form (Betonschalung) mit den exakten Maßen der Küchenarbeitsplatte hergestellt. Alle Aussparungen, wie z. B. für das Kochfeld und die Spüle oder aber auch für Steckdosen oder die Drehknebel des Bora Professional müssen vorab in die Schalung eingelegt werden. Dann wird die Platte mit einer speziellen Betonmischung gegossen. 

Normaler Beton neigt zu Rissen und ist sehr porös. 

Bei Beton für Arbeitsplatten in der Küche ist eine spezielle Mischung erforderlich. Damit sich keine Risse bilden werden besondere Glasfasern in den Baustoff eingebracht. Zudem ist der Beton porenarm und wird versiegelt, um ihn für die Arbeiten in der Küche robuster zu machen. 

 

Was bei gegossenen Betonarbeitsplatten zu beachten ist

Gegossene Platten sind das Non-Plus-Ultra im Betonbereich. 

Diese Platten sind sehr massiv und sehen toll aus. Mitunter sind sogar L-Formen und U-Formen im Guss möglich, die dann auch die Seitenstollen von Küchen bilden können. Das High End der Beton-Möglichkeiten.

Beachten müssen Sie, dass die Platten ein sehr hohes Gewicht haben. Das Gewicht der Betonarbeitsplatte (Arbeitsfläche+Seitenwange) dieser Küche beträgt ca. 500 Kilo!

Eine besondere Prüfung der Statik ist deshalb unbedingt vorab notwendig. Diese schweren Betonarbeitsplatten lassen sich auch nicht einfach auf den Boden stellen. Es ist notwendig Distanzhalter auf den Rohbeton unter dem Estrich des Bodens einzubauen, um ein Absenken des Estrichs zu verhindern. 

Ebenso sind besonders stabile Küchenmöbel notwendig, um das Gewicht der gegossenen Beton Arbeitsplatte tragen zu können. 

Betonarbeitsplatten mit hohem Gewicht können außerdem nicht einfach in die Küche getragen oder mit dem Aufzug befördert werden. Das verhindern sowohl die Dimensionen als auch das hohe Gewicht. In vielen Fällen wird eine Betonarbeitsplatte mit einem Autokran in die Küche gehoben. 

Betonplatten als Arbeitsplatte

Die 2. Variante der Betonarbeitsplatte ist Beton als Plattenware. Das kann man sich ähnlich wie eine Granitarbeitsplatte vorstellen. Auch sie wird im Werk mit speziellem Beton gegossen, allerdings viel dünner. Diese Platten sind mit einer Stärke von 2 cm und 3 cm erhältlich. 

Im Anschluss wird die Platte – wie eine Granitplatte auch – vom Steinmetz bearbeitet und mit den entsprechenden Aussparungen für Spüle, Kochfeld und Co. versehen. 

Der Vorteil gegenüber der gegossenen Betonarbeitsplatte ist klar: Das wesentlich geringere Gewicht ermöglicht eine vereinfachte Planung und benötigt keine Statik. 

 

Dünne Arbeitsplatten aus Beton

Die dritte und neuste Möglichkeit ist eine dünne Arbeitsplatte aus Beton. Der Hersteller ‚efecto‘ hat sich auf Betonarbeitsplatten spezialisiert und bietet eine sehr dünne Variante mit 1,2 cm Stärke an. Damit lassen sich nun ganz neue Optiken erreichen – trotz echtem Beton. 

Auch diese Betonplatten werden mit Glasfasern verstärkt, damit sich das eigentlich brüchige Material für den Einsatz als Küchenarbeitsplatte eignet. 

Ein großer Pluspunkt von efecto-Beton sind die Farbigkeit und die Oberfläche. Die Firma bietet ein ganzes Farbspektrum für die Betonarbeitsplatte in der Küche: Von hell über dunkel bis fast schwarz und von glatt bis sandgestrahlt – wie bei Granitarbeitsplatten. 

 

Das muss man wissen über Betonarbeitsplatten

Beton ist ein offenporiges Material, damit ist es sehr saugfähig. 

Sie kennen das: Regen versickert auf Betonflächen im Freien sehr schnell. 

Diesem Effekt müssen die Hersteller bei Küchenarbeitsplatten aus Beton entgegenwirken. Das gelingt in dem der Beton porenarm verarbeitet wird. Anschließend wird das Material geschliffen und mit speziellen Beton-Ölen oder Lacken versiegelt. 

Dennoch ist die Oberfläche offenporig, ähnlich wie bei Naturstein. Es nimmt Flüssigkeiten auf, denn die Beschichtungen bieten nur begrenzt Schutz. 

Ein Hauptbestandteil von Beton ist Zement. Zement ist säureempfindlich und somit auch jede Betonarbeitsplatte. 

Keine Sorge, säurehaltige Lebensmittel fressen keine Löcher in der Arbeitsplatte. Sie können aber durchaus Flecken und dauerhafte Spuren hinterlassen, besonders wenn sie lange auf der Platte einwirken können. Auch das ist wieder wie bei Granit. 

Deshalb verwenden Sie zur Reinigung nur weiche Tücher, säurefreie Reiniger und keine scheuernden Reinigungsmittel oder Bürsten.

 

Sind Betonarbeitsplatten hitzebeständig?

Eine gute Frage!

Die überraschende Anwort: Nein!

Beton ist hitzebeständig, keine Frage. Aber Probleme kann die Beschichtung der Betonarbeitsplatte bereiten, denn sie ist nur bedingt hitzebeständig und kann durch hohe Temperaturen beschädigt werden oder zumindest Flecken bekommen. 

Topfuntersetzer sind daher Pflicht!

 

Muss der Beton gepflegt werden?

Ja. Die Versiegelung sollte mit einem geeigneten Öl regelmäßig gepflegt werden – wieder wie bei Steinplatten. Trotz aller Pflege ist Beton ein Material, dass sich im Laufe der Zeit verändert und eine einzigartige Patina bekommt. Das gehört den speziellen Eigenschaften des Materials und macht die Betonarbeitsplatte nur noch individueller. 

 

Wie sieht es mit Beschädigungen an der Betonarbeitsplatte aus?

Beton ist nicht unverwüstbar oder zumindest fast nicht. Seine Achillesferse liegt an der Kante. An  Betonkanten können – wie bei nahezu allen Arbeitsplatten – auch einmal Stellen abplatzen. 

Die gute Nachricht: Eine Beschädigung der Betonarbeitsplatte kann man mit Flüssigbeton in der Regel wieder ausgießen. Farbunterschiede zwischen dem alten und dem neuen Beton sind allerdings zu erwarten. 

 

Betonoptik – Fake mit Vorteil

Die Küchenzulieferer arbeiten unermüdlich an neuen Materialien und neuen Ideen. Der Trend zu Betonarbeitsplatten wurde deshalb auch schnell von Firmen aufgegriffen, die sich daran gemacht haben, Alternativen zu Beton auf den Markt zu bringen. 

Und sie waren erfolgreich!

Es gibt eine breite Palette an Arbeitsplatten in Betonoptik. Beispielsweise von einem unserer Lieblingshersteller, der Firma Cosentino, gibt es verschiedene Kunststeine (Silestone) und auch Prozellankeramik (Dekton) in Betonoptik. 

Diese Hybriden imitieren die Optik von Beton täuschend echt und vereinen dazu noch die Vorteile der Kunststeine im gleichen Material. Sie sind also noch dünner zu haben, was für aktuelle Küchentrends mitunter sehr wichtig ist. Dazu sind sie in verschiedenen Farbnuancen erhältlich und sehr robust. Gerade bei Dekton kann man von nahezu unverwüstlich sprechen. 

Hier ein paar Beispiele der Kollektionen von Cosentino: 

Eine Küche komplett aus Beton?

Ja, das ist möglich! 

Aus verschiedenen Gründen gibt es noch keine Beton-Fronten für die Küche. Zumindest keine gegossenen. Die wären schlicht zu schwer und zu instabil. 

Wenn Sie Ihre Küchenfronten in Beton haben möchten, gibt es auch mehrere Möglichkeiten.

Die Firma efecto und die Firma Adler Lacke bieten beide Flüssigbeton an, der auf einen Holzträger in mehreren Durchgängen aufgebracht und geschliffen wird und dann als Front verbaut werden kann. Diese Fronten sind sehr bruchunempfindlich und relativ leicht, die Betonoptik wirkt sehr natürlich.

Alternativ können Sie sich eine Betonfront – oder auch eine Wand in Betonoptik - von einem Malerfachbetrieb gestalten lassen. Die versierten Maler spachteln eine sehr natürlich wirkende Betonoptik. Achten Sie darauf, einen Malerbetrieb mit Erfahrung in diesem Bereich zu finden. 

Wenn Sie im Raum München oder Freising wohnen, können wir Ihnen gerne Betriebe empfehlen.

Als dritte Möglichkeit gibt es noch Beton von der Rolle. 

Imi-Beton hat ein Produkt entwickelt, dass Beton direkt von der Rolle liefert. Es handelt sich um ein Gemisch aus Beton und Kunststoff das es auf Rollen geliefert wird. 

Wir persönlich finden das Produkt als sehr innovativ und können es für Dekozwecke empfehlen. Weniger geeignet ist es für Küchenfronten, da sich mit dem Material keine sauberen Möbelkanten herstellen lassen. 

 

Was kostet eine Betonarbeitsplatte?

Ganz an der Preisspitze aller Arbeitsplatten stehen sicherlich die anfangs erwähnten gegossenen  Betonarbeitsplatten. Die Preise beginnen hier bei ca. 5000 Euro zzgl. Lieferung. 

Wesentlich preisgünstiger sind hier die Platten von efecto, die mit der Bearbeitung ab ca. 3000,00 Euro erhältlich sind, exkl. Lieferung.

Die hier erwähnten Preise sind als Beispiele zu sehen. Betonarbeitsplatten berechnen sich nach Art der Herstellung und Größe. Zusätzlich ist zu beachten, wie viele Ausschnitte in das Material eingebracht werden müssen (Spüle, Herd, Steckdosen, etc.).

Gerne erstellen wir von der BEER Küchen.Manufaktur Ihnen ein individuelles Angebot für Ihre neue Traumküche mit Betonarbeitsplatte.