Von der Schreinerei zur Küchenmanufaktur

Im Frühjahr 2017 haben wir einen gewaltigen Schritt gewagt:

Weg von der klassischen Schreinerei – hin zur Spezialisierung. Aus der Schreinerei BEER entstand die BEER Küchen.Manufaktur.

Warum, werden Sie sich vielleicht fragen? Eine Schreinerei ist doch etwas Tolles! 

Ja, das ist richtig. Wir sehen uns jetzt auch trotz unserer modernsten Fertigung immer noch als Handwerker,  nicht als Industriebetrieb.

Um unsere Schritte nachzuvollziehen, müssen wir zurückgehen ins Jahr 1981. In diesem Jahr gründete mein Vater, Anton Beer, seine Schreinerei in einer Garage. 

Mein Großvater war Bauer. Wie damals üblich bewirtschaftete die Familie Beer damals eine kleine Landwirtschaft mit Hopfenanbau. Mein Opa besaß zwei Pferde, fünf Kühe, ein paar Schafe, etwas Ackerland und 2000 Hopfenstöcke. Nicht zu vergessen die zwei Schweine und dreißig Hühner für den Eigenbedarf und eine obligatorische Katze. 

Alles sehr idyllisch, leider schon zu dieser Zeit nicht überlebensfähig. Der Hof war einfach zu klein. Mangels Ertrag beschloss mein Vater damals nicht in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und begann eine Schreinerlehre.

Nach einigen Gesellenjahren und der Meisterprüfung folgte bald die Firmengründung. 

In gewisser Weise hatte aber auch mein Vater die Vielfalt vom Großvater übernommen. In seiner Schreinerei wurde alles gefertigt – vom Fenster, den Haus- und Zimmertüren über die Küche bis hin zum Schlaf- und Badezimmermöbeln. Alles, was aus Holz war, gehörte zu seinen Aufgaben.

Der Betrieb entwickelte sich gut. 

Schon als kleiner Junge werkelte ich jede freie Minute in meiner eigenen kleinen Werkstatt. Dafür hatte mir mein Vater extra eine alte Hobelbank etwas tiefer gelegt, damit ich damit meine ersten Versuche starten konnte. Die Begeisterung für den Beruf blieb mir erhalten und ich lernte ebenfalls den Beruf des Schreiners. 

1998 legte ich die Meisterprüfung als einer der Jüngsten damals sehr erfolgreich ab. Meine große Liebe galt schon damals den Küchen. Nichts war für mich schlimmer als Fenstertechnik. Das strenge Regelwerk mit den ganzen Normen war mir zu profan. 

Ich liebte die Möglichkeit der Gestaltung. Diese konnte man meiner Meinung nach am besten mit Küchen verwirklichen.

Leider spielte zu der Zeit mein Vater nicht mit. Er war ein Gegner der Spezialisierung auf ein Produkt. Es war ihm zu riskant nur auf ein Pferd zu setzen. Seine Aussage von damals war: ‚Sobald ich den Betrieb mal übernommen hätte, könne ich damit machen, was ich wolle.‘

"Meine Leidenschaft galt schon in meiner Lehrzeit den Küchen." - Christian Beer

Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mir die Firma schon relativ früh, nämlich 2009, komplett übergab. Damals war ich 35 Jahre alt. Inzwischen bin ich mit meiner Frau Sonja verheiratet und habe mit ihr eine starke Partnerin, die meine Leidenschaft für Küchen teilt.

Nun begann die Konzentration auf Küchen.

Anfangs planten und fertigten wir etwa fünf bis zehn Küchen im Jahr. Es wurden jedes Jahr mehr. 2011 konnten wir dann unsere große Küchenausstellung eröffnen. Wir hatten lange überlegt und kalkuliert, diesen Showroom in einer der naheliegenden, größeren Städte zu verlegen. Wir haben uns sogar das eine oder andere Objekt angesehen. Letzten Endes haben wir uns dann dazu entschlossen, den Ausstellungsbereich bei der Fertigung zu lassen. Wir wollten diesen großen Kostenblock sparen und lieber in die Produkte investieren. 

Der Erfolg gibt uns recht. 

Mittlerweile kommen die Kunden von der Stadt zu uns auf‘s Land. Unser Einzugsbereich hat sich stark erweitert, die Kunden kommen aus dem Umkreis von bis zu 100 Kilometer zu uns. Manchmal aber auch aus Nürnberg, Stuttgart oder Deggendorf. Regelmäßig bekommen wir Anfragen aus Frankfurt, Hamburg und Berlin, hin und wieder sogar aus Österreich oder der Schweiz. Aber das lehnen wir ab. Wir möchten unseren Kunden auch nach der Montage einen guten Service bieten und sehen es auch ökologisch nachhaltiger, wenn wir uns auf den Umkreis von 200 Kilometern beschränken.

Mit jedem Jahr wurde unsere Küchenproduktion stärker und verdrängte andere Produkte. Nach und nach trennten wir uns von den anderen Produktsparten. Zuerst mussten die Fenster dran glauben – für mich war das war ein Fest. Ich mochte sie nie. Danach folgten die Aufgabe der Saunaproduktion und des Objektbereichs. 

Gleichzeitig investierten wir einen fünfstelligen Betrag in die Technik: Ein Nesting-Bearbeitungszentrum mit angeschlossenem Plattenlager war das neue Herzstück unserer Produktion. Für die neue Maschine mussten wir buchstäblich Mauern einreißen, die verbliebenen Maschinen in der Produktion neu platzieren und auch eine neue Software einsetzen. Es dauerte beinahe ein Jahr, bis dieser Schritt endgültig abgeschlossen war. Bis heute sind wir sehr stolz auf diese Technik, die in dieser Form nur drei Mal in ganz Deutschland existiert.

Der Wegfall von Parkettböden und Treppen bildete danach eine Zeit lang den letzten Einschnitt. 

An einem frostigen Dezemberabend vorm brennenden Schwedenofen dann die endgültige Entscheidung: Wir machen es! Damit trennten wir uns dann von der allerletzten, verbliebenen Sparte, den Zimmertüren. Jetzt gibt es bei uns wirklich nur noch Küchen und Einbauschränke.

Spezialwerkzeuge und Maschinen für die Produktion aller anderen Sparten wurden verkauft, das Lager und die Ersatzteile aufgelöst und die letzten Ausstellungsstücke mussten weichen. 

Fortuna belohnt die Tüchtigen, heißt es. Irgendwie spielte uns der Zufall in die Hände. Die Domain: www.beer.de stand zum Verkauf. 

Wer sich ein wenig damit auskennt, weiß, dass es beinahe wie ein Sechser im Lotto ist, so eine Domain kaufen zu können, besonders bei diesem Namen (beer = engl. Bier). Sie können sich vorstellen, dass der Inhaber ein Vermögen dafür haben wollte und wir wollten die Domain unbedingt haben. Drei Wochen lange habe ich mit ich mit ihm verhandelt, bis wir uns einig waren. Unser Glück war, dass die Domain für ihn keinen großen Erfolg hatte, da es wohl zu wenig englischsprachige Biertrinker in Deutschland gibt.

Nun hatten wir die Domain beer.de. Wenn schon, dann richtig: Wir wollten die neue Domain nicht einfach mit der bestehenden Homepage befüllen, obwohl auch diese gerade mal zwei Jahre alt war. Also wurde in diesem Zuge beschlossen nicht nur unsere Ausrichtung und die Domain zu ändern – nein auch die Homepage sollte komplett neu gestaltet werden. Folglich auch unser Logo, mit allen Geschäftspapieren, Fahrzeugbeschriftungen, etc.

Ich kann Ihnen versichern, das war eine Höllenarbeit! Wir hatten geahnt, dass es nicht ganz einfach ist. Uns war jedoch nicht im Ansatz bewusst, dass es so aufwendig sein würde: Immer wenn wir dachten, dass die Änderung des Brandings nun abgeschlossen sei, tauchte irgendwo wieder etwas mit dem alten Logo auf. Werbeschilder, fremde Internetseiten, Einträge in Verzeichnissen, …

Aber nun ist es geschafft. 

Wir hatten viele Befürchtungen, u. a., dass unsere Kundenanfragen zurückgehen würden, wenn wir nicht mehr so viele verschiedene Produkte anbieten.  Wir sind sehr froh, dass wir uns hier getäuscht haben, denn das Gegenteil ist der Fall: Wir werden nun viel mehr als Spezialist für die Küche wahrgenommen und können unsere Vorteile gegenüber den Industrieküchen erst jetzt richtig vermitteln. 

Wir hoffen, dass unsere Entwicklung den Weg so weitermacht und geben dafür täglich unserer Bestes. Unser Ziel ist, nicht nur die Wünsche unserer Kunden umzusetzen, sondern sie zu begeistern, indem wir sie vielleicht sogar ein wenig überfüllen.